Sommer in der Stadt

Da ist er also wieder bei uns angekommen, der Sommer. Und zwar so richtig! Was wir uns vor allem im grauen, nassen Winter am gewünscht haben ist eingetroffen. Scheinbar aber anders, als sich das die meisten Leute so vorgestellt hatten. Es ist irgendwie heißer als bestellt. Irgendwie doch mehr Sonne als gewünscht. Und jetzt? Jetzt wird in den sozialen Netzwerken der Ruf nach Regen und Abkühlung laut. Also wieder das, was wir jetzt halt gerade eben nicht haben. Da ist es also wieder, unser typisch menschliches Verhalten, dass wir genau das wollen, was wir jetzt nicht bekommen können. Oder eben genau das Gegenteil von dem wollen, was wir gerade haben. Dieses Verhalten ist ja schon bei Kindern zu beobachten. Wenn man ihnen alle Stifte zur Auswahl stellt, außer den grünen Stift, dann war genau dieser das begehrte Objekt.

Ich muss aber ganz ehrlich zugeben, dass auch ich mich beherrschen muss, bei diesen Temperaturen nicht zu meckern. Als Bewohnerin einer Dachgeschosswohnung in der Würzburger Innenstadt, die gerade in der Schlussphase ihres Studiums steckt fällt es mir schwer, die positiven Seiten von aktuell 32 °C Außentemperatur um halb 10 am Abend (und 29 °C Innentemperatur) zu entdecken. Die Würzburger Kessellage trägt nicht wirklich zu positiven Gedanken bei. Oft schaffe ich es nicht und gerade nachts, wenn ich aufgrund viel zu hoher Temperaturen nicht schlafen kann, kann ich mir eine Schimpftirade über diese Hitze einfach nicht verkneifen. Aber es gibt sie trotzdem, die positiven Seiten! Man muss manchmal nur ein bisschen genauer danach suchen. Ich liebe es, wenn ich mich nicht in Pullis, Schals, Mützen und Jacken einwickeln muss, wenn ich nicht früh in der Dunkelheit aus dem Haus muss und abends in der Dunkelheit wieder heim komme. Ich genieße es sogar, wenn ich mich nicht föhnen muss, weil die Haare ohne ein erhöhtes Erkältungsrisiko von alleine trocknen. Natürlich bräuchte es dafür keine 34 °C, aber es ist trotzdem etwas, das im kühlen Herbst und kalten Winter eher nicht geht.

Dieser Text liest sich für mich gerade ein bisschen wie einer dieser „Think positive“-Ratgeber. Aber vielleicht brauchen wir das manchmal auch. Wir müssen uns unsere Glücksmomente im Alltag auch manchmal einfach suchen. Dann wird selbst das Nicht-Föhnen zum Glücksmoment.

Photo by Daoudi Aissa on Unsplash

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