Man ist so alt, wie man sich fühlt!

Mit dem Alter ist das in unserer Gesellschaft eigentlich ähnlich mit dem Geld. Man spricht eher ungern darüber. Alle wollen ein langes Leben, aber bitte ohne älter zu werden. Das klingt irgendwie wie die Quadratur des Kreises.
Aber warum schreibe jetzt eigentlich ich mit meinen gerade mal Mitte 20 hier über das Alter? Es ist wie so oft mit meinen Themen. Nicht ich finde sie, sondern sie finden mich. Und dieses Mal hat mich also das Alter gefunden.
Ich würde mich mit fast 25 durchaus noch als jung bezeichnen. Aber immer wieder bin ich in der letzten Zeit in Situationen gekommen, in denen ich mir dachte: „Johanna, du wirst alt“. Ich weiß, das klingt in meinem Alter ziemlich schräg, aber es hat in diesen Momenten einfach gepasst. Manchmal musste ich mir diesen Satz auch nicht denken, sondern er wurde mir freundlicherweise direkt gesagt.

Gerade über die Kar- und Osterfeiertage ist mir das immer wieder in den Kopf gekommen, was daran liegen könnte, dass ich sie zuhause bei meiner Familie verbracht habe. Ich hatte also die Möglichkeit, mal wieder mit meinen ehemaligen Ministranten/innen, die mich als Gruppenleitung hatten, in Kontakt zu kommen. Und die sind jetzt auch schon echt groß (und alt 😉 ) geworden und leiten mittlerweile selbst Gruppenstunden. Bei einem Gespräch sind wir irgendwann auf das Thema Social Media und Facebook gekommen und es fiel der Satz, der mich an mein Alter erinnerte. „Wie, du hast noch Facebook? Das nutzt doch kein Mensch mehr, ist doch total oldschool!“ Autsch! Für mich als Teil der Generation, die ihr social-media-Leben noch mit Schüler-VZ begonnen hat und dann irgendwann auf Facebook umgestiegen ist tut das fast ein bisschen weh.
Aber selbst in Situationen, bei denen ich nicht direkt darauf hingewiesen werde fällt mir mein Älterwerden auf. Beim Blick auf die diesjährigen Firmlinge aus meiner Heimatpfarrei fällt mir auf: Als ich „damals“ 2006 bei der Firmung war, waren diese Kinder noch nicht auf der Welt. Von den Kommunionkindern ganz zu schweigen. Bei manchen dieser Kinder hab ich eventuell sogar bei der Taufe ministriert. Wer weiß…

Und so begegnet mir das Thema des eigenen älter Werdens in letzter Zeit tatsächlich relativ oft. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich jetzt auch im Studium älter geworden bin und in meinem letzten Semester bin. Auch hier ertappe ich mich oft bei dem Satz gegenüber jüngeren Kommilitonen/innen „Den/die kennst du nicht mehr. Das war noch vor deiner Zeit.“

Die Frage ist ja dann, wie ich mit diesem Thema umgehe. Denn das Realisieren, dass man älter wird, wird ja, so versicherte mir vor Kurzem ein 52-jähriger Priester, mit steigendem Alter noch viel mehr. Es gibt durchaus junge Erwachsene, die schon mit 25 oder 30 in eine Krise aufgrund ihres Alters geraten und Panik vor jedem Geburtstag bekommen.

Ich persönlich freue mich noch immer sehr auf meine Geburtstage und freue mich auch auf das weitergehen im Leben. Ich hab ja auch noch einiges vor! Und außerdem: Natürlich werden wir alle älter, jedes Jahr steigt die Zahl. Zum Glück! Aber das heißt ja nicht, dass wir uns deshalb auch alt verhalten müssen.

Photo by Jonas Humbel on Unsplash

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: