Generation XYZ

„Durch die zeitliche Einordnung gilt sie als Nachfolgegeneration der Boomers (bis 1965) und der Generation X (bis 1980). Der Buchstabe Y wird englisch why („warum“) ausgesprochen, was auf die teils als charakteristisch für die Generation Y beschriebene Neigung zum Hinterfragen verweisen soll.“ Wikipedia-Artikel Generation Y.

Ja, auch ich bin Teil dieser Generation Y. Generation Sorgenkind, ein Problemfall. Überwiegend gut ausgebildet, technikaffin, wir sind so genannte Digital Natives, die Welt steht uns offen und wir wissen in unserer überstarken Kritik an allem und jedem was wir können und wollen und warum die Kritik in erster Linie den anderen und dem System gilt. Bloß nicht uns selbst. Wichtiger als Inhalte, die vermittelt werden, sind Punkte, Zeugnisse und Noten. Ypsiloner sind nicht unpolitisch, verstehen Politik aber anders. Es muss eine Vereinbarkeit von Job und Familie, Ethik und Lifestyle, Erfüllung und Geldverdienen geben. Drunter geht nichts.

Ganz gleich, was man von solchen Generationenzuschreibungen hält, natürlich neigt diese Aufzählung zu Stereotypen. Das ist für mich per se schwierig. Aber in letzter Zeit werde ich immer häufiger mit den Problemen konfrontiert, die in der Beschreibung oben zwischen Zeilen herauszulesen sind. Meine Wahrnehmung ist schlicht und ergreifend, dass viele Menschen, die zwischen den späten 80er und in den 90er Jahren geboren wurden, nun, da sie erwachsen sein sollten und ihr Leben gestalten könnten, nicht klar kommen. Sicher, immer hat Menschen gegeben, viel mehr als man vielleicht denkt, die mit der Bewältigung ihrer Lebensumstände überfordert waren. Und trotzdem bin ich überwältigt von der Masse der jungen Menschen, die unter depressiven Phasen leiden, Panikattacken bewältigen müssen oder mit anderen psychischen Problemen konfrontiert sind.

Spannend finde ich, dass in Gesprächen innerhalb dieser, meiner Generation immer wieder deutlich wird, dass man sich dieser Umstände fast schämt. Eigentlich haben wir ja alles. Wir haben alle Wahlmöglichkeiten, Optionen, können aus einer schier unüberblickbaren Anzahl an Ausbildungen, Studiengängen und Lebensstilen wählen. Dabei klingelt uns der Spruch der Eltern und Großeltern in den Ohren: „Macht was draus, wir hatten diese Möglichkeiten nicht.“ Ja, und vielleicht ist genau das das Problem. In welche Richtung soll man schon wachsen, wenn nahezu alle Chancen von der Generation der Eltern ergriffen wurden? Wovon sich abgrenzen, wenn die Lebensentwürfe der Eltern genau zum eigenen Lebenskonzept passen? Und was soll man wählen, wenn es keine Grenzen mehr gibt.

Traurig genug, dass die Träume der vorherigen Generationen für manche von uns zum einzigen Alptraum werden.

Ich bleibe gespannt, wohin die Reise mit meinen gleichaltrigen Mitmenschen geht. Eines jedoch bleibt mein Hoffnungsschimmer: Wir reden darüber. Nicht immer, nicht uneingeschränkt, nicht jeder. Aber deutlich häufiger, früher und offener als die manche Generation zuvor. Und vielleicht ist genau das mehr Bewältigung, als wir jetzt schon ahnen können.

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