Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Zugegeben, je länger das Projekt dornroeschenwelt läuft, desto weniger sicher bin ich mir, was ich hier schreiben soll. Immer öfter kommt mir in den Sinn, dass ich im Prinzip schon alles gesagt habe. Mit jedem Blogeintrag wächst die Unsicherheit, überhaupt irgendetwas Interessantes beizutragen. Das betrifft mehr denn je diese Adventszeit.

Ich bin ein Fan von adventlichen Einstimmungen auf Weihnachten, seit Jahren lese ich den „Anderen Advent“, einen stimmigen, stimmungsvollen und achtsamen Adventskalender aus dem Verlag des Andere Zeiten e.V. Ich hatte schon mehrere SMS- und WhatsApp-Kalender, die jeden Tag im Advent ein Bibelzitat oder einen sonstwie gearteten besinnlichen Spruch parat hatten. Hinzu kommen sämtliche kirchliche Stellen, die auf Facebook, Instagram und Twitter entweder im Wochenrhythmus oder täglich zur Besinnung rufen, virtuelle Kerzen auf einem ohnehin viel zu hellen Display anzünden, Plätzchenduft via Imagination verbreiten. Verrückte Adventswelt.

Manchmal frage ich mich dann, was das dann eigentlich genau ist, diese Besinnung, die ich auf meinem Smartphone von einer Univeranstaltung zur anderen konsumiere, am besten in einem vollen Bus, in dem es stinkt und alle unfassbar genervt sind. Als Theologin hoffe ich, dass da dann der Jesus spürbar wird, der sich in meinen Alltag begeben will, gerade dorthin, wo es stinkt. Gleichzeitig finde ich alleine diese Plattitüde unerträglich. Oder ist das vor allem ganz viel von mir selbst, die ich das Internet zur minütlichen Vernetzung benutze und mein spirituelles schlechtes Gewissen mit hastig verschlungenen messianischen Texten aus dem Alten Testaments sättige? Wie soll ich denn in der Fastenzeit Hunger spüren, wenn ich ständig mehr als satt bin? Warum zündet man eine Kerze an, wenn es auch nachts taghell ist?

Irgendwie findet sich wohl kein richtiger Weg, in dieser Welt mit ihr verwoben und doch ein Stück fern von ihr zu sein. Als Studentin in der Stadt geht ein Advent nicht ohne Lichtermeer, Weihnachtsfeiern und olfaktorisch-akustisches Feuerwerk. Von Zeit zu Zeit ist das auch dran. Aber Advent geht dafür auch mit mir und den Dingen, die mir für diese Zeit wichtig sind: Plätzchen backen, ein kleiner, aber feiner Adventskranz, Musik, die zu Herzen geht, daheim sein. Und in diesem Jahr wird es auch ohne die beständige Besinnung über die elektronischen Medien gehen.

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