Alle Jahre wieder

„Weihnachten steht vor der Tür“ – bei diesem Satz überfällt so manche Menschen die Panik! Geschenke kaufen, Festessen planen, Wohnung putzen – die Adventszeit versetzt viele Menschen in Stress und lässt die Nerven blank liegen. Seit September werden wir eigentlich schon darauf vorbereitet, aber trotzdem kommt der erste Advent immer unglaublich überraschend. Für viele schon fast erschreckend überraschend. Die sogenannte stade Zeit ist überhaupt nicht so ruhig. Der Advent ist stressig, hektisch und teuer!
Im letzten Jahr habe ich kurz vor Weihnachten in einer regionalen Tageszeitung gelesen: „Diesjähriger Advent noch erfolgreicher als im vergangenen Jahr!“ Ich frage mich wirklich, was das sein soll. Ist der Advent dann „erfolgreich“, wenn die Leute immer mehr Geld ausgeben? Für den Einzelhandel mag das stimmen. Aber wie sieht das mit uns selbst, mit jedem Einzelnen aus? Wie sieht es mit mir aus? Diese Frage wiederholt sich für mich genauso oft wie die der erste Advent.

In einer Predigt in der Adventszeit vor einigen Jahren hat ein Diakon über die eigentliche Bedeutung der Adventszeit als Fastenzeit gepredigt. Ich muss zugeben, dass mich diese Predigt damals (und es hätte sich wahrscheinlich bis heute nichts geändert) nicht wirklich angesprochen hat. Mir war es zu viel „Die Menschen von heute sollten…“, zu häufig der erhobene moralische Zeigefinger und außerdem wollte er mein geliebtes Weihnachtsgebäck aus der Adventszeit verbannen. Aber trotzdem hatte er ja im Grunde genommen irgendwie doch recht. Die Adventszeit ist mehr, als eine organisatorische Planungszeit für die anstehenden Feiertage.

Natürlich muss eine Familienfeier vorbereitet sein. Lebkuchen, Weihnachtsmärkte und Glühwein gehören für die meisten von uns, auch für mich, unweigerlich zur Advents-und Weihnachtszeit dazu! Und ohne Geschenke wäre so manches kleine und auch große Kind schon sehr enttäuscht. Wenn ich aber merke, dass mein ganzer Advent nur noch aus Stress, Hetze und Geld ausgeben besteht, dann versuche ich, bewusst eine Pause einzulegen. Welche Bedeutung hat dieser Advent eigentlich? Und diese Pausen, diese Momente des Innehaltens können für jeden von uns unterschiedlich sein. Ich persönlich besuche in der Adventszeit unglaublich gerne die sogenannten Roratemessen. Schöne, schlichte Gottesdienste bei Kerzenlicht, die meistens zwischen sechs und sieben Uhr morgens stattfinden. Das Aufstehen ist für mich als passionierte Langschläferin jedes Mal eine Überwindung, aber mir geben diese Gottesdienste sehr viel. Hier habe ich Zeit, um mich bewusst auf Weihnachten, die Geburt Jesu vorzubereiten. Und diese innere Vorbereitung geht ohne erhobenen Zeigefinger und muss auf keinen Fall in Konkurrenz dazu stehen, dass ich auch gerne mit Freunden in Würzburg auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein trinken gehe. Ich möchte nur versuchen, dass sie neben Punsch, Plätzchen und Geschenkpapier nicht in den Hintergrund rutscht.

Photo by Greyson Joralemon on Unsplash

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: